Rumeln-Kaldenhausen macht drei Kreuze!

Verfasst am: 2019-02-27  •  Autor: Ferdi Seidelt  •  Fotos: Ferdi Seidelt

Rumeln-Kaldenhausen macht drei Kreuze!Rumeln-Kaldenhausen macht drei Kreuze!

Was für eine Dauerbaustelle! Erhebliche Umsatzeinbußen bei den Geschäften, Um­wege für die Anlieger und als Krönung eine Beteiligung an den Ausbau-Kosten (nach dem Kommunalabgabengesetz). Doch bald gibt es, zumindest was die Bauarbeiten betrifft, Aufatmen pur. Die Geschichte im Gesamt­zu­sam­men­hang!
Vor genau 180 Jahren richteten die Preußen eine später „B 57“ genannte Ver­bin­dungs­straße ein, sie führte von Kleve über Krefeld und Mönchengladbach nach Aachen. Der Abschnitt von Rheinberg bis Krefeld, also der, der auch durch Rumeln-Kaldenhausen führt, wurde 1974 durch die A 57 ersetzt. Grund: Die Autobahn zwischen Krefeld und Moers war fertig, aus der unverzichtbaren Bundesstraße B 57 - in Rumeln heißt sie „Moerser Straße“, in Kaldenhausen „Düsseldorfer Straße“ – wur­de die nicht mehr ganz so benötigte Landesstraße L 137. Das hinderte die Piste aber nicht daran, baulich in die Jahre zu kommen. 2014 war es dann soweit!
Zuerst wurde in Rumeln zwischen Orts­ein­gang und Marktplatz mit 1,3 Mio € die Moerser Straße saniert. Der Wermutstropfen: Bau-Ende sollte Ostern 2015 sein, fertig wurde die Maßnahme erst in den Herbstferien.
Dann das 700.000 € teure Projekt Düsseldorfer Straße I zwischen Schulallee und Donkweg. Sieben Monate waren für die Arbeiten ab Januar 2018 veranschlagt, aus „Juli/August“ wurde „Ende 2018/Anfang 2019“.
Noch doller trieben es die Straßenbauer mit dem Abschnitt Düsseldorfer Straße II, Giesenfeldstraße bis Ortsgrenze Uerdingen. Zuerst wurde in etwa die gleiche Zeit wie für Abschnitt I aufgerufen, dann korrigierte die Stadt kühn auf „Frühjahr 2019“. Jetzt teilt Bezirksmanager Jürgen Konkol mit: „Die Bauarbeiten unter Signal-gesteuertem Verkehr werden, wenn es kein Extremwetter mehr geben sollte, im Februar abgeschlossen sein. Was dann noch fehlt ist der Einbau der Deckschicht und der Bau der Querungshilfe in Höhe des Kindergartens.“ Der Deckenbau komme am 16./17. März, ersatzweise 23./24. März. Ausschlaggebend werde sein das Wetter, kein Dauerregen, nicht zu kalt.
Der Ablauf: Samstag ab 10 Uhr Vollsperrung südliches Bauende bis Tankstelle, Anfahren der Tankstelle vom Norden möglich! Ab 18 Uhr Vollsperrung bis zur Giesenfeldstraße, Verkehrsübergabe am Montag 4 Uhr, erster Bus kann um 4:30 Uhr passieren. Großräumige Umfahrungen, teilweise über die A 57, Hinweisschilder werden aufgestellt.
Nun, im Rahmen der Sanierung der Moerser Straße stellten ein Bäcker und ein Friseursalon ihren Betrieb ein, während der Arbeiten an der Düsseldorfer Straße verzeichneten die Geschäfte Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Auch die Anlieger hatten ihren geregelten Stress. Verständlich, wenn nun alle kollektiv drei Kreuze machen. Oder auch mehr.

Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
1 – Rumeln im Mai 2014! Der Bagger räumt die Kopfseite des Marktplatzes komplett ab, der Umbau und die Sanierung der Moerser Straße können sich ab Herbst 2015 durchaus sehen lassen (Foto Ferdi Seidelt).
2 – Kaldenhausen im Februar 2019! Höhe Blechwarenfabrik, Richtung Uerdingen. Noch ist nicht erkenntlich, dass schon in wenigen Tagen die nervenaufreibende Dauerbaustelle passé sein wird (Foto Ferdi Seidelt).


An der Kall, am Mörter Berg, auf dem Stappelfeld!

Verfasst am: 2019-02-24  •  Autor: Ferdi Seidelt, Wochenanzeiger  •  Fotos: Ferdi Seidelt

An der Kall, am Mörter Berg, auf dem Stappelfeld!

Wenn es „so“ den Akazienweg getroffen hätte, dann hätten Rumeln-Kaldenhausen und insbesondere Heimatfreund Heinz Billen damit leben können. Die Chaussee zwischen Giesenfeldstraße und Böschhof sollte künftig „An der Kall“ heißen, eine gute Wahl. Für die Ulmenstraße war „Auf dem Stappelfeld“ vorgesehen, für die Friedhofallee und die Kirchstraße „Am Mörter Berg“. Neu-Groß-Duisburg wollte bei Straßennamen klare Verhältnisse. Doch gemach!
Rückblende, 1975: Rumeln-Kaldenhausen war zusammen mit Rheinhausen, Homberg, Baerl und Walsum Duisburg zugeschlagen worden. Sogleich fiel auf, dass es fortan jede Menge doppelte Straßennamen geben würde, auch drei-, vier- und fünffach. Die größte Umbenennung aller Zeiten sollte für Eineindeutigkeit sorgen, allein in Rumeln-Kaldenhausen wären 59 Straßen umzubenennen gewesen oder wären mit einer benachbarten Straße verschmolzen worden.
Proteste allerorten! In Rumeln-Kaldenhausen initiierte die CDU eine Bürgeraktion, tausende Menschen trugen sich in Listen ein. Mit Erfolg! Kleinlaut zog Duisburg die Beschlussvorlage zurück, nunmehr sollten die Postleitzahlen richten, wo denn in Duisburg zum Beispiel eine Gartenstraße zu sein hatte. Ob in Rheinhausen, Homberg, Walsum, Hamborn oder eben in Rumeln-Kaldenhausen…
Was war für Rumeln-Kaldenhausen ausgetüftelt worden? Wir setzen uns in Gedanken an die Schreibtische der klugen Umbenenner: Ahornstraße und Erlenweg sollen „Carl-Zuckmayer-Straße“ (Schriftsteller) heißen. Aus dem Amselweg wird „Am Binsenteich“, aus der Anna- und Barbarastraße „Derk-Hüfken-Straße“ (heldenhafter Rumelner, der 1845 bei der Hochwasserkatastrophe ums Leben kam). Für Auf der Heide sind „Zum Harwinkel“ (nördlicher Teil) und „Alte Heide“ (südlich) geplant. Die Bachstraße wird mit „Im Bachgrund“ namensangleichend beschieden, die Brahmsstraße mit „Arnold-Schönberg-Straße“ (Komponist) und die Buchenstraße mit „Bertolt-Brecht-Straße“ (Schriftsteller) werden neu gestylt. Die Dahlienstraße nennt sich bald „Wilhelm-Ostwald-Straße“ (Chemiker) und der B 57 (Moerser und Düsseldorfer Straße) wird der Geistesblitz „Büdericher Straße“ zugeordnet.
Die Eichenstraße sei eine „Arthur-Schnitzler-Straße“ (Schriftsteller), die Garten- und Rosenstraße eine „Adolf-von-Bayer-Straße“ (Chemiker). Pfiffige Erklärung für letztere Straßen: „Sie befinden sich in der Nähe von Bayer Uerdingen.“ Doch auch in der Behörde sitzen Döspaddel: Die Bayer-Werke wurden vom Barmer Friedrich Bayer gegründet, der Berliner Adolf von Baeyer (nicht Bayer!) hatte mit ihm nichts zu tun.
Zurück zum „name change“! Aus Grüner Weg wird „Weimarer Straße“, aus Heideweg „Am Stemeshof“, aus Heinrichstraße „Zum Kuckeshof“, aus Jahn- und Uhlandstraße „Kurt-Alder-Straße“ (Chemiker), aus Kantstraße „Carl-Maria-von-Weber-Straße“ (Komponist), aus Klosterstraße „Marienfeldstraße“, aus Königsberger Straße „Dresdener Straße“, aus Lerchenstraße „Bachstelzenstraße“, aus Lessingweg „Heinrich-Wieland-Straße“ (Chemiker), aus Lindenstraße „Carl-Sternheim-Straße“ (Schriftsteller) und aus Lortzingstraße „Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Straße“ (Komponist). Nice: Die Marienstraße verändert sich in „Konrad-Bruns-Straße“ (Ortsbürgermeister 1952 – 1954), die Mozartstraße ehrt „Engelbert Humperdinck“ (Komponist), die Nelkenstraße „Eduard Buchner“, die Oderstraße „Otto Diels“, die Schillerstraße „Hermann Staudinger“ und die Stormstraße „Fritz Haber“ (alles Chemiker). Der Mühlenweg anerkennt die „Dimmers Mühle“, die Tilsiter Straße hört auf „Potsdamer Straße“ und die Wiesen- wird zur „Scheunenstraße“.
Was auffiel: Duisburg bemühte für Rumeln-Kaldenhausen immer wieder die Chemie, nicht aber Stahl und Kohle. 15 Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur, ausschließlich Männer, sollten in den Olymp. Gewürdigt als lokale Helden wurden lediglich Müller Dimmers, Lebensretter Hüfken und Bürgermeister Bruns - etliche Ortsgrößen und gleich sechs erste Bürger blieben außen vor. Das war 1975 – und ist auch heute noch so.

Zu unserem Bild (zum Vergrößern bitte anklicken):
Alteingesessene Kaldenhausener treffen sich nicht am Akazienweg, sondern „an der Kall“. Diese plattdeutsche Attitüde erinnert an einen alten, heute immer noch vorhandenen Graben (Foto Ferdi Seidelt).



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